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Warum ist Gesundheitsprävention so wichtig?

„Alles im Leben ist Schicksal“ oder „Wenn du dazugehörst, dann gehörst du eben dazu“. So oder ähnlich lauten nicht selten Aussagen zu bestimmten Leiden im Freundes- und Bekanntenkreis. Was die Gesundheit angeht, muss man diesen Aussagen allerdings klar widersprechen. Zwar spielt der Zufall durchaus eine gewisse Rolle bei der Entstehung von Krankheitsbildern und bestimmte Leiden sind in unserer Genetik verankert; mit dem richtigen Lebensstil lässt sich jedoch das Risiko einer wirklichen Ausprägung erheblich verringern.

Wir zeigen Ihnen, was es mit Prävention auf sich hat und welche Grundprinzipien dahinterstecken.

 

Was ist Gesundheitsprävention?

Prävention ist im Gesundheitswesen ein Oberbegriff für zielgerichtete Maßnahmen und Aktivitäten, um Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, ihr Auftreten zu verzögern oder das Risiko der Erkrankung zu verringern. Präventive Maßnahmen werden je nach Zeitpunkt, zu dem sie eingesetzt werden, der primären, der sekundären oder der tertiären Prävention zugeordnet.

Die primäre Prävention umfasst alle Maßnahmen, die das Risiko für die Entstehung von Krankheitsbildern im Vorhinein unterbinden. Durch die Einbindung von bestimmten Verhaltensweisen kann sich das Leiden gar nicht erst ausprägen. Ausreichende Bewegung, um Übergewicht vorzubeugen, oder der Verzicht auf übermäßigen Verzehr von Fast Food, um erhöhte Blutfettwerte zu vermeiden, sind Beispiele hierfür.

Bei der sekundären Prävention ist der Körper schon erkrankt. Durch bestimmte Verhaltensweisen wird versucht, das Fortschreiten der Krankheit so früh wie möglich einzudämmen. Ein gutes Beispiel für derartige Maßnahmen sind Vorsorgeuntersuchen beim Arzt wie ein Gebärmutterhalsscreening für Frauen oder die Prostatauntersuchung im fortgeschrittenen Alter für Männer.

Die tertiäre Prävention hat das Ziel, Krankheitsfolgen zu lindern, einen Rückfall bei schon entstandenen Krankheiten zu vermeiden und die weitere Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern. Die tertiäre Prävention ist weitgehend identisch mit der medizinischen Rehabilitation. Dazu zählen beispielsweise die Anschlussheilbehandlungen nach Operationen am Bewegungsapparat.

 

Warum ist eine Prävention so wichtig?

Um das zu beantworten, sollten wir uns zunächst mit dem Prinzip der Homöostase befassen. Dieses sagt aus, dass unser Organismus ständig darauf ausgerichtet ist, ein Gleichgewicht herzustellen. Dieses Gleichgewicht umfasst viele verschiedenen Sachverhalte und Parameter wie den Blutdruck, den Blutzuckerspiegel, die Temperaturregelung im Körper oder das fehlerfreie Zusammenspiel von Muskelgruppen bei der Ausführung einer bestimmten Bewegung.

Eine Krankheit, ein körperliches Leiden oder eine Abweichung von einem bestimmten Soll-Wert bedeuten automatisch eine Auslenkung aus diesem natürlichen Gleichgewicht. Mit dieser Auslenkung geht eine Fehlfunktion oder Schädigung bestimmter Körperregionen einher. Bluthochdruck etwa schädigt auf Dauer Blutgefäße, die lebenswichtige Organe wie das Gehirn, das Herz oder die Nieren versorgen, was wiederum zu Fehlfunktionen in eben diesen Organen führt. Ein anderes Beispiel ist Arthrose im Knie oder der Hüfte. Durch Über- oder Minderbeanspruchung kann sich auf Dauer ein Knorpelschaden in diesen Gelenken ausprägen, welcher durch eine Verminderung der eigenen Bewegungsmöglichkeiten dauerhaft die eigene Lebensqualität beeinträchtigt.

Präventionsmaßnahmen wie die Integration ausreichender Bewegung in den Alltag sorgen für eine Auslenkung des Gleichgewichst und stimulieren so die Homöostase. Durch die gezielte Beanspruchung „lernt“ der Körper mit der Zeit, bestimmte Auslenkungen besser zu tolerieren und im Umkehrschluss nach Belastungsende schneller wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren. Auch auf zufällige und ungeplante Auslenkungen wie das Einfangen einer Grippe in den kalten Wintermonaten reagiert der Organismus dann adäquater und die Krankheit wird schneller und effizienter beseitigt.

Grundlegend dafür ist das Reiz-Reaktions-Prinzip. Durch einen gezielten Reiz (hier die Bewegungseinheit) werden körperliche Anpassungen erreicht (Verbesserung des Immunsystems), die dem Gesamtsystem Körper und seiner Funktionalität zugutekommen. Dabei kommt es einerseits auf die Art des Reizes an und andererseits auf die Häufigkeit der Stimulierung. Unterschiedliche Sportprogramme liefern also in verschiedenen Trainingshäufigkeit auch unterschiedliche körperliche Anpassungen.

 

Auf das Krankheitsbild kommt es an

Über den Wirkungsgrad von präventiven Maßnahmen lässt sich pauschal nur wenig sagen. Grundsätzlich gilt: Die allermeisten Krankheiten – vor allem die heutigen chronischen Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck und Herzkrankheiten – haben auch eine nicht unerhebliche genetische Komponente. Das heißt, dass schon bei der Geburt feststeht, ob man etwas anfälliger für eine Ausprägung ist. Dass sich die Krankheit dann aber wirklich manifestiert, ist in der Regel erheblich vom Lebensstil abhängig.

Ein Beispiel dafür sind Krebserkrankungen. Der Tumor entsteht dadurch, dass sich bei der Zellteilung (findet täglich zwischen 50 und 70 Milliarden Mal (!) in unserem Körper statt) Fehler einschleichen und die nicht korrekt funktionierenden Zellen sich dann ungehindert vermehren. Normalerweise sind Regulationsmechanismen in den Zellteilungsprozess eingebunden, die genau das verhindern sollen. Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, der unterstützt diesen Regulations- und Aussortierungsprozess und senkt die Krebswahrscheinlichkeit. Die vier wichtigsten Lebensumstände, die das Risiko für etliche Krankheitsbilder deutlich erhöhen, sind Rauchen, Alkohol, ungesunde Ernährung und ungenügende Bewegung.

 

Je früher, desto besser - je älter, desto wichtiger

Einige der Schäden, die man seinem Körper mit einem ungesunden Lebensstil antut, können irreversibel sein. Der Organismus verzeiht einem lange viele Fehltritte und kann sich selbst regulieren – wer es aber übertreibt, der muss mit Einschränkungen rechnen, welche die Lebensqualität deutlich mindern.

Mit einer gesundheitsorientierten Ernährung, ausreichender Bewegung und dem Vermeiden von Suchtmitteln kann man bereits in den jüngeren Lebensjahren dafür sorgen, dass man auch im Alter gesund und fit bleibt. Zusätzlich ist durch die gesteigerte Lebensqualität bereits in diesen Zeitspannen das Leben im Regelfall deutlich seltener von Krankheiten und sonstigen Einschränkungen geprägt und damit deutlich lebenswerter.

Wer also sein Leben auch im Seniorenalter eigenständig und frei gestalten möchte, der sollte gerade in den Lebensdekaden davor auf seinen Gesundheitsstatus achten und diesen mit präventiven Maßnahmen pflegen. Auch im fortgeschrittenen Alter selbst kann man durch geeignete präventive Bewegungsaktivitäten positive Anpassungseffekte erzielen und so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der eigenen Selbstständigkeit leisten. Deshalb gilt: Es ist nie zu spät, um damit anzufangen!

 

Epigenetik

Die Epigenetik bestimmt in unserem Körper, welche Gene aktiv sind und welche nicht. Für ein und dieselbe Funktion gibt es also verschiedene Ausführungsmöglichkeiten. Dabei sind Bewegung, Ernährung und die Vermeidung von Suchtmittel die stärksten Modulatoren der epigenetischen Faktoren.

Wer auf seine Gesundheit achtet, der sorgt dafür, dass die „besseren“ Genanteile für Körperprozesse genutzt werden, weswegen das Risiko für Übergewicht oder Gefäßverstopfungen sinkt.

Die Epigenetik ist anders als die DNA zu schnellen Anpassungen fähig und kann sich im Laufe des Lebens ändern. Sie werden auch an die eigenen Nachkommen weitergegeben. Wer also selbst ungesund lebt, der sorgt auch bei seinen Kindern für eine schlechtere Ausgangslage im Leben.

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